Marianische Männerkongregation
Mariä Verkündigung am Bürgersaal zu München

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Jahreskreis II

Der Jahreskreis II im liturgischen Kirchenjahr

Die Zeit im Jahreskreis umfasst die Sonn- und Werktage außerhalb des Weihnachts- und Osterfestkreises. Der Dienstag nach dem Pfingstmontag gilt als 1. Tag im Jahreskreis II und markiert dessen Beginn. Das Ende des Jahreskreis II ist auf den Samstag vor dem 1.Advent festgelegt.

Dreifaltigkeitssonntag:

Der Sonntag nach Pfingsten wird von Katholiken und Protestanten alsDreifaltigkeitssonntag bzw. Trinitatis begangen. Der Tag heißt auch: dies trinitatis, dominica trinitatis, Pentecoste clausum, Salvatorstag, Trifeldicheit.
Kein Ereignis aus dem Leben Jesu ist der Bezug, sondern die Glaubenslehre von der Seinsweise des einen Gottes in drei Personen. Dieses Ideenfest geht auf Auseinandersetzungen zurück, die in der Kirche mit dem Arianismus im 3. Jahrhundert begannen. Arius (ca. 280 - 336) hatte einen strengen Monotheismus gepredigt, der Christus, den Sohn Gottes, mit Gott nicht gleichstellte. In langewährenden Streitigkeiten unterlag der Arianismus. Die Kirche sah in Gottvater, dem Gottessohn Christus und dem Heiligen Geist drei verschiedenartige aber gleichwertige Personen des einen Gottes. Ausgedrückt wird dies u. a. durch die Schlußformel (Konklusion) der Gebete, die seit der Liturgiereform lautet: Durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
In manchen Landesteilen heißt dieser Sonntag auch Güldensonntag oder Goldener Sonntag, denn an diesem Tag oder dieser Nacht soll die "goldene Wunderblume" mit magischer Kraft erblühen.

Fronleichnam:

Das Fronleichnamsfest am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, auch Hochfest des Leibes und Blutes Christi, feiert die Eucharistie als Opfer, Kommunion (Opferspeise) und - wegen der Realpräsenz Christi im Tabernakel - zugleich als Gegenstand der Anbetung. Es ist ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakramentes, das eigentlich Gründonnerstag gefeiert werden müsste, aber der Passionswoche wegen als zu diesem Termin unangebracht empfunden wurde. Es wurde deshalb - in einer Zeit, als der Osterfestkreis mit Pfingsten fünfzig Tage nach Ostern schloß - an das Ende der österlichen Zeit gelegt.
Die Anregung zu diesem Fest entstammt einer Vision der heiligen Augustinernonne Juliana von Lüttich (+ 5.4.1258) und wurde im Bistum Lüttich 1246 eingeführt. Am 11. August 1264 erhob Papst Urban IV. (1261 - 1264), zuvor Erzdiakon in Lüttich, Fronleichnam als "Fest des Leibes Christi" (lat. festum corporis Christi, festum corpus domini) - im Deutschen mit dem Wort "vronlichnam" = Herrenleib wiedergegeben - mit der Enzyklika "Transiturus de hoc mundo" zum allgemeinen kirchlichen Fest. Thomas von Aquin war an dieser Enzyklika wesentlich beteiligt und hat die Texte für das Offizium und die Messe zusammengestellt. Von ihm stammt auch die berühmte Sequenz "Lauda, Sion, Salvatorem", die im Fronleichnamsgottesdienst früher niemals fehlte. Die Dominikaner haben die Ausbreitung dieses Festes stark gefördert. 1311, wurde es unter Papst Clemens V. (1305 - 1314) auf dem Konzil von Vienne bestätigt und 1317 unter Papst Johannes XXII. (1316 - 1334) endgültig weltweit angeordnet. 1264 fanden in Rom, Münster und Orvieto die ersten Fronleichnamsfeien statt, 1273 in Benediktbeuron, 1274 in Köln, 1276 in Osnabrück.
Den besonderen Charakter erhielt Fronleichnam durch die Prozession, die schon 1279 durch Köln zog. Gerade die Fronleichnamsprozession versinnbildlicht gelebtes Christentum: Zum Ende des Osterfestkreises symbolisiert sie den christlichen Lebensvollzug, das gläubige "Wallen", das Ziehen durch die Zeit, dem ewigen Vater entgegen. Es ist die Heimkehr der Kinder Gottes in das himmlische Jerusalem. Diesen Gedanken nimmt der Introitus des 2. Sonntags nach Ostern ebenso auf ("Der Herr ward mein Beschützer; er führte mich hinaus in die Weite") wie das Tagesevangelium, in dem es heißt: "Es begleitete ihn auf dem Weg das Volk in großen Scharen" (Lk 14,25ff.). In Gestalt der geweihten Hostie wird Christus selbst durch Stadt, Flur und Wald geführt. Der realpräsente Gott wird sichtbar, er verläßt das "fanum" (lat. Tempel, Allerheiligste) und durchzieht das "profanum" (das dem Allerheilgsten Vorgelagerte). Zu diesem Zweck entstand nicht nur die Monstranz, ein Ostensorium mit Lunula - ein halbmondförmiges Schiffchen, in das die Hostie eingesteckt wird -, sondern auch der Baldachin, der Tragehimmel, ursprünglich ein Herrschaftszeichen der Monarchen, wurde für kultische Zwecke übernommen. In der Reformation entwickelte sich Fronleichnam zu einem konfessionsscheidenden Merkmal. Luther bezeichnete Fronleichnam 1527 als "allerschädlichstes Jahresfest". Ihm fehlte die biblische Grundlegung, Prozessionen galten ihm als Gotteslästerung.
Das Konzil von Trient (1545 - 1563) bestätigte das Fronleichnamsfest, das nun einen demonstrativen Akzent bekam: Mit großem Aufgebot und Aufwand zeigten die Katholiken ihren Glauben. Subdiakone, Diakone, Priester, Nonnen, Mönche und Messdiener zogen mit Fahnen, Schellen und Weihrauch, begleitet von den Honoratioren und Erstkommunikanten, Gruppen von Frauen und Männern, geordnet nach Ständen, Verbänden, Bruderschaften und Vereinen durch Stadt und Flur. Betend und singend begleiteten sie durch festlich geschmückte Straßen das Allerheiligste. Die Prozession endet mit einem feierlichen Gottesdienst.
Es gibt es die Fronleichnamsprozession nicht nur für Fußgänger, sondern auch im Form von Schiffsprozessionen auf dem Chiemsee, dem Staffelsee bei Murnau und in Köln ("Mülheimer Gottestracht").
Fronleichnam heißt auch: Blutstag (Plutstag), corpus Christi (domini, vivificum), dies corporis et sanguinis (domini, sacramenti, sanguinis domini, venerationis corporis), Eucharistia, Festum corporis Christi (dei, sanguinis domini), fête dieu (Frkr.), Gotstag, Hotsleichnamtag, Hergottstag, herrenleichnamstag, Immolabit edum, Lichamestag, Sacramentum, Sakramentstag, Sanguinis Christi, Triumphus corporis Christi, Varleichnam. Der Sonntag nach Fronleichnam heißt Dominica corporis Christi.

Herz-Jesu-Fest:

In der Sprache der Bibel ist das "Herz" nicht irgendein Organ, sondern ein Begriffsbild für das menschliche Wesen, die personale Mitte eines Menschen, vgl. z. B. Joh 14,1; 16,22. Die mittelalterliche, die den Christus der Passion in ihr Zentrum gestellt hatte, nahm das von der Lanze des römischen Soldaten durchbohrte Herz Jesu, vgl. Joh 19,34, als Synonym für das erlösende Leiden des Gottessohnes, seine sich verschwendende Liebe. Integriert in diese mystische Verehrung war der Gedanken der Sühne: stellvertretendes Beten für die Unwürdigen, Gottesleugner und Gottesfeinde.
Die Anfänge der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu finden sich im 13. und 14. Jahrhundert. 1672 erlaubte der Bischof von Rennes den Oratorianern, in seiner Gemeinschaft liturgisch ein Herz-Jesu-Fest zu feiern. Die im 16./17. Jahrhundert vor allem von den Jesuiten und Oratorianern geförderte Herz-Jesu-Verehrung nahm durch die Visionen der Margaretha Maria Alacoque (+1690) neuen Auftrieb: Ihr war Christus erschienen, auf sein Herz deutend, was als sein Verlangen nach der Einführung eines diesbezüglichen Festes verstanden wurde.
Gefeiert wurde es am Freitag nach der Fronleichnamsoktav, am dritten Freitag nach Pfingsten. Das im 18. Jahrhundert in Frankreich, Deutschland und Italien verbreitete Fest wurde 1765 durch Clemens XIII. (1758 - 1769) anerkannt und 1856 unter Pius IX. (1846 - 1878) für die Kirche vorgeschrieben. Leo XIII. (1878 - 1903) erhöhte 1899 den Rang des Festes und weihte zur Jahrhundertwende die Welt an das Herz Jesu. Heute ist es ein Hochfest unter dem Namen "Heiligstes Herz Jesu". Gefeiert wird es amFreitag der dritten Woche nach Pfingsten. Aber auch an jedem ersten Freitag eines Monats werden Herz-Jesu-Tage begangen: Ein - meist abendlicher - Gottesdienst wird als Votivmesse gefeiert. Gebetet wird um Priester- und Ordensnachwuchs.
Heute ist das Herz-Jesu-Fest wenig populär. Das dem Fest zugrundeliegende mystische Bild des durchbohrten Herzens Jesu stößt auf geringe Akzeptanz. Das Symbol "Herz" steht für Liebelei oder das reale Herz als Organ ist Gegenstand bei Herzinfarkt und Herztransplantation. Die Entmythologisierung des Herzens hat die Vermittlung des Festinhaltes nicht leichter gemacht. Nicht schuldfrei geblieben sind zahlreiche Herz-Jesus-Darstellungen der Vergangenheit, die im Bewusstsein mancher Katholiken noch vorfindlich sind: Süßlich vorwurfsvoll blickende Christusfiguren, die in ihrer aufgerissenen Brust auf ein - manchmal sogar elektrisch-betriebenes, flackerndes - Herz verwiesen. Die Symbolik des Christusherzens begegnet in zeitgenössischen Darstellungen so gut wie nicht mehr. In enger Verbindung zur Herz-Jesu-Verehrung steht die Verehrung des Herzens der Gottesmutter Maria.

Unbeflecktes Herz Mariä:

In der Urkirche war die Verehrung des Herzens Mariä schon üblich, die sich parallel zur Herz-Jesu-Verehrung entwickelt hat. Im 17./18. Jahrhundert lebte diese Betrachtungsform auf. Das Fest des Unbefleckten Herzens der allerseligsten Jungfrau Maria bzw. Festum Immaculati Cordis B.M.V. wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts durch Pius VII. (1800 - 1823) bestätigt und erhielt 1855 durch Pius IX. (1846 - 1878) ein eigenes Offizium. Gefeiert wurde es am 22. August, dem Oktavtag von Maria Himmelfahrt. Pius XII. (1939 - 1958) hat im Zweiten Weltkrieg an diesem Festtag die Kirche und die Menschheit dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht (Marienweihe). Um dieses Fest lebendig zu halten, schrieb es Pius XII. 1944 für die gesamte Kirche vor. Der neue Kalender hat den 22. August bereits belegt durch das Fest Maria Königin und ordnete darum den Gedenktag Unbeflecktes Herz Mariä amSamstag nach dem Herz-Jesu-Fest, dem Samstag nach dem 2. Sonntag nach Pfingsten, ein.

Geburt Johannes des Täufers:

Am 24. Juni wird die Geburt Johannes des Täufers begangen. Johannes der Täufer (Hebräisch: „Der Herr ist gnädig”), Sohn der schon betagten Eltern Zacharias und Elisabeth, erblickte etwa ein halbes Jahr vor Jesus das Licht der Welt. Die außergewöhnlichen Ereignisse vor und bei seiner Geburt lassen ihn als ein besonderes Geschenk Gottes, das vom Heiligen Geist erfüllt war, erkennen. Um das Jahr 28/29 folgte Johannes, damals etwa dreißig Jahre alt, einem Ruf Gottes, um dem Volk Israel eine Taufe zur Vergebung der Sünden und das Herannahen des messianischen Reiches zu verkünden. Er predigte in der Wüste, am Jordan und bei Jerusalem. Das Volk hing ihm an wegen seiner überzeugenden Wortgewalt und asketischen Lebensweise. Johannes hat Qumran und die Essener gekannt, aber nicht zu diesen Gemeinschaften gehört. Jesus ließ sich von Johannes taufen, dieser aber wies das Volk auf Jesus hin als auf den, der kommen soll und der würdiger sei als er. Aus dem Kreis der Johannes-Jünger gewann Jesus seine ersten Anhänger. Als Johannes den Ehebruch des Königs Herodes Antipas öffentlich anprangerte, ließ dieser ich gefangen setzen. Auf Betreiben der Herodias ließ der König dann Johannes enthaupten. - Die Verehrung des Täufers, den Jesus den „Größten der von einer Frau Geborenen” genannt hat, geht bis in die Frühzeit der Kirche zurück. Mit seinem Festtag ist vielfältiges Brauchtum verbunden.

Petrus und Paulus:

Am 29.Juni wird das Hochfest der Apostel Petrus und Paulus begangen. Ursprünglich aus Bethsaida, lebte als Fischer mit seiner Familie in Kafarnaum, als Jesus, der ihm den Beinamen Kephas [Griech,: Petrus = Fels] verlieh, ihn und seinen Bruder Andreas als Jünger berief. Petrus war mit Johannes und Jakobus Zeuge de Auferweckung der Tochter des Jairus, der Verklärung auf dem Berge und der Todesangst Jesu. Im Apostelkreis war Petrus der anerkannte Wortführer, der auch das Messiasbekenntnis ablegte. Zwar verleugnete er den Herrn nach der Gefangennahme, doch war er einer der ersten Zeugen der Auferstehung. In der Gemeinde zu Jerusalem nahm Petrus eine führende Stellung ein, die Jakobus übernahm, als Petrus sich auf Missionsreise begab. Zum Apostelkonzil um 48/50 war Petrus wieder in Jerusalem. Später wirkte er in Antiochien, Kleinasien und schließlich Rom. Hier erlitt er nach der Überlieferung unter Nero (64-67) den Tod durch Kreuzigung. Die jüngsten Ausgrabungen unter der Peterskirche in Rom haben die ursprüngliche Lage des Petrusgrabes, bei dem Zeichen einer frühen Petrusverehrung nachgewiesen sind, gesichert.

Mariä Heimsuchung:

Das Fest Mariä Heimsuchung (2.Juli) oder In Visitatione B.M.V. wurde 1263 vom Ordensgeneral Bonaventura für die Franziskaner eingeführt. Es wird an der Oktav zum Geburtsfest Johannes des Täufers (2.7.) gefeiert und memoriert den Besuch der Gottesmutter bei ihrer Base Elisabeth, die schwanger ist mit Johannes, dem Wegbereiter Jesu (Lk 1,39-45). Das Basler Konzil schrieb 1441 dieses Fest für den 2. Juli vor. Unter Pius V. (1566 - 1572) fand dieser Tag Aufnahme in den allgemeinen Festkalender. Der aktuelle römische Festkalender hat das Fest auf den 31. Mai verlegt, um einen sinnvollen Festablauf - 25. März. Verkündigung, 24. Juni: Geburt Johannes des Täufers - zu geben. Der deutsche Regionalkalender hat am alten Termin, dem 2. Juli, festgehalten, wie übrigens die evangelische Ordnung auch. Als regionale Eigenfeier trägt es den Namen Mariä Heimsuchung. In Deutschland nannte man Tag früher auch: Maria Endrop, Mariasiep. Der Tag galt als Wetterwende.

Apostel Thomas:

Thomas -Festtag 03.Juli-, Apostel (Hebräisch: „Der Zwilling”), in allen Apostelkatalogen erwähnt, erklärt seine Breitschaft, mir dem Herrn in den Tod zu gehen (Joh 11,16). Bei der Erscheinung des Herrn am Auferstehungstag war Thomas im Jüngerkreis nicht anwesend. Daher zweifelte er zunächst an der Auferstehung. Acht Tage später bekennt Thomas bei einer weiteren Erscheinung des Auferstandenen seinen Glauben mit dem Ruf: „Mein Herr und mein Gott” (Joh 20,25/28). Nach der Überlieferung verkündete Thomas später das Evangelium bei den Parthern und in Indien. Hier soll er durch Schwert oder Lanze den Tod als Märtyrer gefunden haben. An dem angeblichen Ort des Martyriums, dem Thomasberg bei Mailapur/Madras, wurde 1547 eine Kirche errichtet, in der das 1574 entdeckte Thomaskreuz aus dem 6./8. Jh. aufbewahrt wird. Teile der Reliquien wurden im 3. Jh. nach Edessa, von dort 1258 nach Chios und später weiter nach Ortona an der Adria gebracht. Als der Tag der Übertragung der Reliquien nach Edessa wurde seit alters her der 3. Juli gefeiert.

Benedikt von Nursia:

Benedikt -Festtag 11.Juli- von Nursia (Lateinisch: „Der Gesegnete”), geboren um 480 zu Nursia in Umbrien. Lebte nach seinem Studium in Rom einige Zeit in einer Asketengemeinschaft, dann drei Jahre lang als Einsiedler bei Subiaco. Später sammelte er Mönche um sich, die unter seiner Leitung in zwölf kleinen Klöstern lebten. Um 529 siedelte er mit seinen Mönchen nach Montecassino über. Hier vollendete er seine Klosterregel, die nicht nur zur Grundlage des Bendiktinerordens, sondern für das abendländische Mönchtum wurde. Benedikt starb am 21. März wohl 547 zu Montecassino, wo er auch bestattet wurde. Sein Leben schildert Papst Gregor der Große im 2. Buch seiner Dialoge. Nachdem 580 die Langobarden Montecassino zerstört hatten, wurde wohl um 673 der Leichnam Benedikts nach Fleury überführt, wo die Gebeine am 4. Dezember 673 ankamen und am 11. Juli 674 (?) in die Marienkirche gebracht wurden. Trotz Zerstörung der Schreine durch die Hugenotten und in der französischen Revolution blieben die Reliquien Benedikts erhalten. - Nach der Zerstörung Montecassinos im Zweiten Weltkrieg soll bei den Aufbauarbeiten dort Benedikts Grab mit Gebeinen aufgefunden worden sein. Paul VI. erhob ihn am 24.10.1964 zum Patron Europas.

Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel:

Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts feierten die Karmeliten ein Fest Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel, das sie zugleich als Skapulierfest begingen [Skapulier (lat. Schulterkleid) ist ein körperbreiter Tuchstreifen, der nach vorn und hinten abfallend über der Kutte als Zeichen der besonderen Marienverbundenheit getragen wird]. Benedikt XIII. (1724 - 1730) dehnte das Fest 1726 auf die ganze Kirche aus. Heute wird es im Kalender als nichtgebotener "Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel" geführt und am 16. Juli gefeiert.

Apostel Jakobus der Ältere:

Jakobus der Ältere -Festtag 25.Juli-, Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome, war wie sein jüngerer Bruder Johannes (der Evangelist) ebenfalls Fischer am See Gennesaret. Der Herr berief gleichzeitig beide Brüder, die wegen ihres stürmischen Temperaments „Donnersöhne” genannt wurden. Mit Petrus gehörten Jakobus und Johannes zu den bevorzugten Jüngern, die bei der Erweckung der Tochter des Jairus, bei der Verklärung auf dem Berge und beim Leidensbeginn im Garten Gethsemani zugegen waren. Jakobus war der erste aus dem Kreis der Apostel, der um Ostern 44 durch König Herodes Agrippa den Martertod erlitt. Nach alter spanischer Überlieferung wurde der Leib des Apostels nach Santiago de Compostela gebracht und dort im 9. Jh. von Bischof Theodomir von Iria aufgefunden. Seitdem entwickelt sich dort am Grab des Apostels die Wallfahrt, die vom 10. bis zum 15. Jh. in der ganzen Christenheit berühmt war. Aus allen christlichen Ländern führten Pilgerstraßen nach Compostela, die mit Jakobuskirchen und Hospizen gesäumt waren. Zeitweise genoss Jakobus von allen Aposteln die größte Verehrung beim Volk.

Verklärung des Herrn:

Mit den Kirchen des Ostens feiert das Abendland die Verklärung des Herrn am 06.August. Seit dem 11. Jh. verbreitete sich dieses Fest auch im Westen und wurde 1457 in Rom übernommen.

Heiliger Laurentius:

Laurentius von Rom -Festtag 10.August- (Lateinisch Umdeutung: „Der Lorbeer-Gekränzte”), Erzdiakon des Papstes Sixtus II., starb nach der frühen Überlieferung am 10. August zusammen mit vier Klerikern den Martertod. Nach der legendären dramatischen Leidensgeschichte, die bereits Ambrosius im 4. Jh. bekannt war, wurde Laurentius auf einem Rost zu Tode gebraten. Unter Konstantin wurde bei seinem Grab im Coemeterium an der Tiburtinischen Straße eine Basilika errichtet. Ebenso fand in der 1. Hälfte des 4. Jh.s dort schon am 4. August die Festfeier statt. Das Grab des Märtyrers erfreute sich eines wachsenden Pilgerbesuchs. Die Kirche S. Lorenzo fuori le mura gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms. Nach dem Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld am 10. August 955 erlebte der Kult in Deutschland eine Hochblüte.

Mariä Himmelfahrt:

Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 war in der Ostkirche die Feier der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, das Fest Mariä Himmelfahrt bzw. In Assumptione B.M.V. in Gebrauch. Mindestens seit dem 7. Jahrhundert hatte die Westkirche dieses Fest am 15. August übernommen. Es wird heute als Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel gefeiert und hat durch die am 1. November 1950 durch Papst Pius XII. erfolgte Dogmatisierung der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel einen starken Akzent erhalten. Von allen Marienfesten steht vor allen Dingen Mariä Himmelfahrt in Verbindung mit dem Brauchtum. Es wird auch Großer Frauentag, Maria Würzweih, Büschelfrauentag genannt. Obwohl es auch früher andere Feste gegeben hat, die mit einer Kräuterweihe verbunden waren, ist es heute fast überall nur noch das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Warum gerade dieses Fest mit Kräutern in Verbindung steht, lässt sich nur spekulativ beantworten. Wohl kaum dürften die Marienlegenden ursächlich sein: Nach der Legenda aurea wurde auf Weisung eines Engels dem Leichnam Mariens eine Palme vorausgetragen; als Christus selbst drei Tage nach dem Tod seiner Mutter auf Erden erschien, um sie auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten, berichtet dieselbe Legende, habe sich ein unaussprechlicher Duft verbreitet. Eine jüngere Legende erzählt, als man das Grab Mariens später geöffnet habe, seien nur Rosen vorgefunden worden. Eher ist wahrscheinlich, dass die jahreszeitlich bedingte Getreidereife und Hochblüte der Natur in Erinnerung brachten, dass Maria traditionell als "Blume des Feldes und Lilie in den Tälern" (Hoheslied 2, 1) verehrt und seit dem 5. Jahrhundert als "guter und heiliger Acker" benannt wurde, der eine göttliche Ernte brachte, woraus sich die Darstellung Maria im Ährenkleid entwickelte. Die Symbolhandlung - mit Gottes Hilfe die Kräfte der Natur zu Gunsten von Mensch und Tier einzusetzen - bezog auch die Anzahl und die Auswahl der Kräuter ein. Ihre Anzahl war nicht gleichgültig, sondern betrug - landschaftlich und zeitlich unterschiedlich - zwischen sieben oder 99 Kräutern: sieben (als die alte heilige Zahl) oder neun (also drei mal drei!) waren normal, aber auch zwölf oder 24, 72 oder gar 99 sind bekannt. Kräuter, die dabei Verwendung fanden, waren oder sind: Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Tausendgüldenkraut, Eisenkraut, und gelegentlich: Wiesenknopf, Kamille, Thymian, Baldrian, Odermennig, Alant, Klee und die verschiedenen Getreidearten. Der in der Gegenwart fast nur noch in ländlichen Gebieten verbreitete Brauch der Kräuterweihe lohnte sich aber zu überdenken, z. B. um die Zusammenhänge zwischen Heil und Heilung neu zu vermitteln. Wenn die ersten Baum- oder Strauchnüsse (Wal- und Haselnüsse) reif waren, schenkte man sie den Kindern am 15. August als Mariennüsse.

Maria Königin:

Durch Pius XII. (1939 - 1958) wurde 1954 zum Abschluss des Marianischen Jahres am 31. Mai ein Fest Maria Königin am 31. Mai eingeführt. Der neue Generalkalender verlegte den heutigen gebotenen Gedenktag auf den ehemaligen Oktavtag von Mariä Himmelfahrt, den 22. August.

Apostel Bartholomäus:

Bartholomäus, Apostel -Festtag 24.August- (Hebräisch: „Sohn des Furchenziehers”), erscheint unter diesem Namen nur in den Apostelkatalogen der Heiligen Schrift. Wahrscheinlich war Bartholomäus ein Beiname des Nathanael aus Kana in Galiläa. Nach der Überlieferung, die bis ins 2. Jh. hinabreicht, soll Bartholomäus in Mesopotamien, Armenien und Indien die Frohbotschaft verkündet haben. Er soll den Tod durch Abziehen der Haut gefunden haben, was auf den von den Persern beherrschten Teil Syriens hinweist. Reliquien kamen 983 durch Kaiser Otto III. nach Rom, die Hirnschale 1238 nach Frankfurt am Main.

Mariä Geburt:

Gegen Ende des 5. Jahrhunderts entwickelte sich, aus dem Weihefest der Geburtskirche Mariens das Fest Mariä Geburt -Festtag 08.September-. Im 7. Jahrhundert war dieses Fest, auch Kleiner Frauentag genannt, in der Ost- und Westkirche in Übung. Dieses Fest der Geburt Mariens, heute Fest Mariä Geburt, bestimmte auch den Termin des jüngeren Festes der Empfängnis Mariens neun Monate zuvor: den 8. Dezember.

Mariä Namen:

Als Dankfest für die Befreiung Wiens richtete Innocenz XI. (1676 - 1689) 1683 das im 16. Jahrhundert in Spanien entstandene Fest Mariä Namen am 12. September für die Weltkirche ein. Der neue Generalkalender hat das Fest gestrichen, weil sein Inhalt bereits im Fest Mariä Geburt enthalten ist. "Wegen des historischen Bezuges zum Sprachgebiet und der Verwurzelung im Volk" (so der Text im Messbuch) blieb es aber im deutschen Regionalkalender erhalten.

Kreuzerhöhung:

In Jerusalem zeigte man schon im 5. Jh. am Tag nach dem Weihefest der Auferstehungskirche (13. September 335) dem Volk das Kreuzesholz. Daraus entstand das heutige Fest, das in allen östlichen Kirchen feierlich begangen wird und im 7. Jh. auch im Westen Eingang fand. Festtag ist der 14.September.

Mariä Schmerzen:

1423, auf einer Kölner Synode, wird ein Fest der Sieben Schmerzen Mariens bzw. Septem Dolorum B.M.V. empfohlen, das 1667 zu feiern den Serviten erlaubt wurde und 1688 vom hl. Innocenz XI. (1676 - 1689) eingeführt und 1727 durch Benedikt XI-II. (1724 - 1730) für die ganze Kirche vorgeschrieben wurde. Vor allen Dingen als Bittfest für den von Napoleon 1809 gefangengenommenen Papst Pius VII. (1800 - 1823) fand dieses Fest Verbreitung. Gefeiert wurde dieses Fest am Freitag nach dem ersten Passionssonntag. Parallel hatte sich am 15. September ein Fest der Sieben Schmerzen der allerseligsten Jungfrau Maria entwickelt, das 1814 von Pius VII. als Dankfest für die Rückkehr aus der napoleonischen Gefangenschaft eingeführt wurde. Es hat allmählich das Fest am Freitag nach dem Passionssonntag ersetzt. Der neue Kalender kennt nur noch den Termin 15. September, der als gebotener Gedenktag unter dem Titel "Gedächtnis der Schmerzen Mariens" geführt wird. Als die sieben Schmerzen Mariens gelten: 1. Weissagung Simeons, 2. Flucht nach Ägypten, 3. dreitägiger Verlust des Jesusknaben in Jerusalem, 4. Kreuzweg Jesu, 5. Kreuzigung Jesu, 6. Kreuzabnahme, 7. Grablegung Jesu. Im Mittelalter tauchte der Gedanke von den "Freuden Mariens" in den Hymnen auf; ein Beleg findet sich auch bei Caesarius von Heisterbach. Nach anfänglichen Variationen bildeten sich - parallel zu den sieben Schmerzen Mariens - sieben Freuden aus: 1. Verkündigung, 2. Heimsuchung, 3. Geburt Christi, 4. Anbetung der Könige, 5. Begegnung mit Simeon, 6. Wiederfinden Jesu im Tempel, 7. Krönung Mariens. Bildliche Darstellungen beschränken sich auf das 15. und 16. Jahrhundert. Ein eigenes Fest haben sie nicht gebildet.

Matthäus - Apostel und Evangelist:

Matthäus -Festtag 21.September-, einer der zwölf Apostel, wird in der altkirchlichen Überlieferung mit dem Zolleinnehmer Levi, dem Sohn des Alphäus gleich gesetzt. Seinen Namen trägt auch das erste Evangelium. Über sein weiteres Leben berichtet die Heilige Schrift nichts. Nach legendarischen Berichten hat er um das Jahr 42 Palästina verlassen und den Glauben in Parthien, Persien und Äthiopien verkündet. Dort soll er den Martertod durch Verbrennen oder Steinigen erlitten haben. Seine Reliquien sollen von Äthiopien zuerst nach Paestum, dann im 10. Jh. nach Salerno gebracht worden sein, wo sie seit 1084 im Dom ruhen. - Die neueren Erklärer der Heiligen Schrift unterscheiden zwischen dem Zöllner Levi, dem Apostel Matthäus und dem Verfasser des Matthäus-Evangeliums.

Erzengel:

Festtag der Erzengel am 29.September. Michael, Erzengel (Hebräisch: „Wer ist wie Gott?”), gilt als Vorkämpfer der Gott treu gebliebenen Engel gegen Luzifer. Sein Kult, zuerst in der Ostkirche, verbreitete sich seit der Erscheinung auf dem Monte Gargano in Süditalien im 5. Jh. in Italien und im übrigen Abendland. In das fränkische Reich kam die Michaelsverehrung vom Süden her durch die Langobarden, deren Schutzpatron er war, und vom Westen her durch die angelsächsischen Glaubensboten. Die Franken verehrten Michael als den Schutzherrn der Christen im Kampf gegen die Heiden, als den Überbringer der Opfergaben zum Throne Gottes sowie als Wäger und Geleiter der Seelen nach dem Tode. Ihm geweihte Bergkirchen/Michaelsberg verdrängten bisweilen heidnische Wodanskultstätten. Als Patron von Kapellen in Obergeschossen von Türmen soll er böse Geister fern halten.

Erntedankfest:

Fest und Feier zu Erntedank -erster Sonntag im Oktober- haben zwei verwandte Quellen: Solange sich der Mensch als Teil einer göttlichen Schöpfung begreift, wird er Teile dieser Schöpfung wie z. B. seine Nahrung aus Ackerbau und Viehzucht auf Gott zurückführen und sich zu Dank verpflichtet wissen. Dies gilt vor allem dann, und dies ist die zweite Quelle, wenn sich der Mensch als abhängig vom Naturkreislauf erfährt, in den die Nahrungsgewinnung eingebunden ist. Der Abschluss der Ernte bot darum immer Anlass zu Dank und Feier. Wer schöpft schließlich nicht gerne aus dem vollen?
Allen Religionen ist eigen, dass sie "die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit", wie es in jeder Eucharistiefeier heißt, als Gottesgeschenk betrachten, so auch im Judentum. Im Buch Genesis wird berichtet, dass Kain ein Opfer von den Früchten des Feldes und Abel ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde brachte. Im späteren Judentum gab es zwei Erntefeste: das Pfingstfest als Getreide-Erntefest und das Laubhüttenfest als Wein- und Gesamt-Erntedankfest.
In der Katholischen Kirche ist ein Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert belegt, allerdings fehlt ein weltweit verbreiteter einheitlicher Festtermin. Ihn kann es nicht geben, weil der Festzeitpunkt je nach Klimazone unterschiedlich fällt. In Deutschland ist der erste Sonntag im Oktober erst 1972 von der Bischofskonferenz festgelegt worden. Die Gemeinden sind aber nicht verpflichtet, dieses Fest auch zu feiern. In evangelischen Gemeinden ist der Michaelstag (29. September) oder einer der benachbarten Sonntage Festtag.
Heutzutage ist die kirchliche Erntedankfeier in den Gottesdienst integriert. Erntegaben schmücken den Altar oder werden im Gottesdienst zum Altar gebracht. In vielen Gemeinden ist dieser Gottesdienst auch mit einer Solidaritätsaktion zugunsten hungernder Menschen verbunden.

Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz:

Zum Dank für den Sieg über die Türken bei Lepanto am 7. Oktober 1571, der dem Rosenkranzgebet zugeschrieben wurde, weil zum Zeitpunkt der Schlacht in Rom die Rosenkranzbruderschaften um einen Sieg beteten, ordnete Pius V. (1566 - 1572) für den ersten Jahrestag des Sieges ein Marienfest an. Gregor XIII. (1572 - 1585) hat 1573 allen Kirchen, die über einen Rosenkranzaltar verfügten, die Einrichtung eines Rosenkranzfestes am 1. Sonntag im Oktober gestattet. Das Fest wurde auf die ganze Kirche ausgedehnt, nachdem 1716 ein Sieg über die Türken in Peterwardein errungen worden war. 1913 legte Pius X. (1903-1914) den Festtermin zurück auf den 7. Oktober. Im aktuellen Festkalender erscheint der Termin als Gedenktag "Unsere liebe Frau vom Rosenkranz".

Evangelist Lukas:

Lukas -Festtag 18.Oktober-, stammte vielleicht aus dem syrischen Antiochien, war als Heide geboren und von Beruf Arzt. Seit etwa 50/51 war er zeitweise Gefährte des Apostels Paulus auf dessen Missionsreisen. Auch während der ersten und zweiten Gefangenschaft des Apostels in Rom war Lukas, vielleicht mit Unterbrechungen. Bei Paulus. Nach dessen Tod hat Lukas wohl in Achaia gewirkt und dort auch sein Evangelium und die Apostelgeschichte verfasst. In Böotien hat er dann, wie glaubwürdig berichtet wird, im Alter von 84 Jahren den Tod gefunden. 357 wurden seine Gebeine durch den Kaiser Konstantius II von Böotien nach Konstantinopel übertragen und in der bald darauf erbauten Apostelkirche beigesetzt. Erst im 6. Jh. taucht die Legende auf, Lukas sei auch Maler gewesen. - Nach neueren Exegeten besteht Zweifel darüber, ob der Paulus-Begleiter Lukas auch das Lukas-Evangelium geschrieben hat. In der Kirche Santa Giustina bei Padua befinden sich in einer Seitenkapelle Reliquien des Evangelisten Lukas, die von der Bevölkerung sehr verehrt werden.

Apostel Simon und Judas Thaddäus:

Der Festtsag der beiden Apostel fällt auf den 28.Oktober. Von den beiden Aposteln soll zuerst Simon, der aus Kana stammte, in Ägypten und Thaddäus in Mesopotamien das Evangelium verkündet haben, dann seien sie gemeinsam nach Persien gegangen und hätten dort das Martyrium erlitten. Das heutige Fest kam aus Gallien in den Römischen Kalender.

Allerheiligen:

Sammelfeste für alle heiligen Martyrer und übrigen Heiligen bzw. die Heiligen einer bestimmten Region begegnen uns im christlichen Altertum im österlichen Umfeld.Hochfest, das immer auf den 01.November fällt.
Der älteste Beleg findet sich bei Johannes Chrysostomos für Antiochien im 4. Jahrhundert am Oktavtag von Pfingsten mit der Bezeichnung "Herrentag aller Heiligen". Nach der Pascha Domini feierte man den Nachvollzug dieser Pascha durch die Heiligen. In der Ostkirche haben sich dieses Fest und dieser Termin bis heute erhalten. In der Westkirche wurde der Termin ursprünglich übernommen. Im 8. Jahrhundert heißt dieser Sonntag in Würzburg Dominica in Natali Sanctorum. In Irland entstand im 8./9. Jahrhundert - als der Zusammenhang zwischen diesem Fest und Ostern verblasste - ein neuer Festtermin: Der 1. November markiert hier den Winterbeginn und ist zugleich Jahresanfang. Hintergrundfolie ist nun nicht mehr Ostern, sondern die sterbende Natur, durch die die ewige Welt der Heiligen sichtbar wird. Durch die irisch-schottischen Missionare gelangte das Allerheiligenfest am 1. November im 9. Jahrhundert auf den Kontinent.
Im irischen Einflussbereich (z. B. USA) haben sich vorchristliche Brauchelemente erhalten, analog den Saturnalien vor dem römischen Neujahr. Am Halloween, dem Vorabend der Heiligen (= hallows), wird ein ausgelassenes Brauchtum gepflegt.

Allerseelen:

Jährliche Gedenktage für alle Verstorbenen (Sammelfest) gibt es in der Westkirche seit dem frühen Mittelalter, meist nach der Osterzeit, z. B. am Pfingstmontag oder am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag. Tendenziell gibt es eine - allerdings nicht allgemeingültige - Verbindung zwischen Ostern und dem Totengedächtnis. Papst Johannes XXIII. (1958 - 1963) hat noch von Ostern als dem "Fest aller Toten" gesprochen. Seit dem 9. Jahrhundert, befördert durch Cluny, setzt die Verlagerung des Gedenktages auf den 2. November, den Tag nach Allerheiligen, ein.
Einem zunächst nur bei den Dominikanern, dann bei den Priestern des hispanischen Einflussgebietes verbreiteten Brauch nach durften an diesem Tag drei Messen von jedem Priester gelesen werden. Dieser Brauch wurde 1915 von Benedikt XV. auf die ganze Kirche ausgedehnt. Der Tag ist tief im Volksbewusstsein verankert, das von einer "Sippenfrömmigkeit" gespeist wird. Am Vortag von Allerseelen, am Nachmittag von Allerheiligen, werden die Gräber mit Grün und Blumen (Astern und Chrysanthemen) geschmückt (Repräsentanz der Verstorbenen durch die Lebenden) und ein ewiges Licht aufgestellt. Für das 16. Jahrhundert ist dies bereits für Köln belegt, wo ein Gottesdienst und ein abendliches Gedächtnismahl dazugehörten.
Der Armseelenkult wurde durch die von einigen Kirchenvätern vertretene und vom Trienter Konzil bestätigte Auffassung gefördert, die Seelen Verstorbener, die vor Gottes Gericht bestanden hätten, seien vor ihrer Aufnahme in den Himmel an einem Ort der Reinigung (Purgatorium, Fegfeuer). Die Lebenden könnten den Toten durch Armseelenspenden helfen: Messopfer, Gebete, Opfer und Fasten. Die "Pflege der Seelen" in Form von "Seelgerätestiftungen" (Seelgerät), die Hilfe der Lebenden für die Verstorbenen, deren endgültige Erlösung durch "gute Werke" befördert werden sollte, konzentrierte sich nun auf Allerseelen. Die Jesuiten gründeten die Armseelenbruderschaften unter dem Patronat des heiligen Josef. Nach altem Volksglauben, der auch in evangelischen Gebieten verbreitet war, stiegen die Armen Seelen an diesem Tag aus dem Fegfeuer zur Erde auf und ruhten für kurze Zeit von ihren Qualen aus. An manchen Orten finden feierliche Prozessionen der Gläubigen auf den Friedhof statt, wobei auch die Priestergräber besucht werden. Der Kirchenchor intoniert auf dem Friedhof das "Dies irae, dies illae". Mit dem Allerheiligentag endete in früheren Jahrhunderten das alte Wirtschaftsjahr. Das neue begann mit Martini.

Weihetag der Lateranbasilika:

Kaiser Konstantin schenkte den Lateranpalast der römischen Kirche und ließ die um 324 eingeweihte Basilika des Heiligen Erlösers erbauen. Sie ist auch Johannes dem Täufer und dem Apostel Johannes geweiht und die eigentliche Kathedrale des Papstes und führt den Titel „Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises”. Seit dem 12. Jh. ist der 9. November als ihr Weihefest liturgisch bezeugt.

Unsere Liebe Frau in Jerusalem:

Um 500 erfolgte die Weihe der Kirche Maria Nova in der Nähe des Tempels zu Jerusalem. Obwohl die Kirche seit Jahrhunderten zerstört ist, feierte man in der Ostkirche die Darstellung Mariens im Tempel, wovon das apokryphe Protoevangelium des Jakobus berichtet: Anna und Joachim hätten Maria im Alter von drei Jahren als Tempeljungfrau in den Tempel nach Jerusalem gebracht. In der Westkirche ist das Fest seit dem 11. Jahrhundert eingebürgert, 1371 wurde es in Avignon von Gregor XI. (1370 - 1378) eingesetzt. Das Fest Mariä Opferung oder In Praesentatione B.M.V. heißt heute: Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalemund wird noch immer am 21. November gefeiert.

Apostel Andreas:

Andreas Apostel -Festtag 30.November- (Griechisch: „der Mannhafte”), stammte aus Bethsaida in Galiläa und war später mit seinem Bruder Simon Petrus in Kapharnaum ansässig. Andreas war zuerst Jünger des Täufers Johannes, ging aber auf dessen Wink hin zu Jesus, dem er auch seinen Bruder zuführte. Nach dem Wunder des reichen Fischfanges Schloss sich Andreas ganz Jesus an. Nach der Überlieferung predigte Andreas den Glauben im Gebiet des Schwarzen Meeres sowie in Thrakien und Griechenland. Hier erlitt er zu Patras in Achaia am 30. November 60 den Tod an einem schrägen Kreuz. Seine Reliquien kamen 356 in die Apostelkirche zu Byzanz, 1208 nach Amalfi, das Haupt 1462 nach Rom. Letzteres wurde 1964 durch Papst Paul VI. nach Patras zurückgegeben.

Christkönigsfest:

Das Christkönigsfest wird am letzten Sonntag vor dem 1.Adventssonntag begangen.Am Ende des Kirchenjahres feiern Katholiken heute den Christkönigssonntag, ein Ideenfest, das Pius XI. (1922 - 1939) im Jahr 1925 zum Andenken an das 1.600jährige Jubiläum des Konzils von Nizäa (325) eingeführt hat. In Anbetracht der in Europa zerfallenden Monarchien bürstete der Papst bewusst gegen den Strich: Die Betonung des Königtums Christi in dieser Zeit hatte demonstrativen Charakter.
Ursprünglich wurde ein Bekenntnistag der Katholischen Jugend nicht an diesem Tag, sondern am Dreifaltigkeitssonntag, dem Sonntag nach Pfingsten, gefeiert. Als aber die Nationalsozialisten den Dreifaltigkeitssonntag mit dem Reichssportfest belegten, wurde das Treuebekenntnis der Jugend auf den Christkönigssonntag verschoben. Die Bekenntnisfeiern mit persönlicher Präsenz und Fahnenabordnungen am letzten Sonntag vor dem Advent hatten besonders zu Zeiten der Nazis, aber auch noch in der Nachkriegszeit prägenden Charakter.

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