Marianische Männerkongregation
Mariä Verkündigung am Bürgersaal zu München

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Bedeutung für die Kongregation

Mayer04-Caritassammlung-HPWer er war? Pater Mayer wurde am 23. Januar 1876 in Stuttgart geboren. Nach der Schule und ersten Studien wurde er am 2. Mai 1899 zum Priester geweiht und trat ein Jahr später in den Jesuitenorden ein. Gleich zu Beginn seiner Ordenszeit sollte sich während der dreißigtägigen Exerzitien für ihn die Frage seiner Berufung endgültig klären, da seine Eltern gegen seinen Eintritt in den Jesuitenorden gewesen waren. Er schreibt an seine Eltern: „Die Berufsfrage ist nun, Gott sei es gedankt, endgültig gelöst. Damit ist für mich unendlich viel gewonnen. Nun weiß ich, woran ich bin. Nun heißt es, die Gesinnungen in die Tat umzusetzen und mit allen Kräften daran zu arbeiten, mich für meinen Beruf auszubilden. Was ich bin, das will ich auch recht sein. Das war, wie ihr wisst, von jeher mein Grundsatz."

Im Jahre 1912 kam er nach München, um sich um die große Zahl der Zuwanderer vom Land zu kümmern. Für ihn begann die Arbeit als Großstadtseelsorger; schnell entwickelte er ein sozial-karitatives Engagement, dem er bis zum Ende seines Lebens treu blieb. Pater Rupert Mayer gehört zu den Begründern der Schwestern von der Hl. Familie, deren Spiritual er viele Jahre war.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges (1914-1918) notierte er: „.. es drängte mich ins Feld zu kommen." So wurde er Feldgeistlicher. Er wurde von seinen Männern für seinen Mut bewundert. Am 30. Dezember 1916 traf ihn eine Granate, und er verlor sein linkes Bein. Nach der Rekonvaleszenz konnte er wieder priesterlich tätig werden.

Kardinal Faulhaber berief Pater Mayer 1921 zum Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal zu München. Er blieb offiziell in diesem Amt, bis er im Mai 1945 bat, davon entbunden zu werden.

Was war in der Zwischenzeit geschehen? Zwischen den beiden Weltkriegen war er ein unermüdlicher Helfer und Berater für alle, die in Not waren. Mehr noch: Er erkannte schnell die antichristliche Weltanschauung des Nationalsozialismus. Die Klarheit und Entschiedenheit in seinen Predigten und Vorträgen für die Wahrheit und die Lehre der Kirche brachten ihm mehrfach Gefängnisstrafen ein, u. a. eine Inhaftierung im Konzentrationslager Sachsenhausen 1939. Die härteste Erfahrung für ihn war jedoch sein unfreiwilliges Exil im Kloster Ettal (1940-1945), wo er weder predigen noch Beicht hören durfte.

Im Mai 1945 konnte er wieder in sein geliebtes München zurückkehren, um den Armen und Notleidenden zu helfen. Er war ein Helfer in vielerlei Nöten. Doch nur kurze Zeit konnte er nochmals seinem Motto folgen: „Was ich bin, das will ich auch recht sein".

Denn die Zeit der Verfolgung war an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Am Allerheiligentag (1.11.) 1945 erlitt er bei der Hl. Messe in der Kreuzkapelle von St. Michael einen Schlaganfall und verstarb einige Stunden später. Zunächst wurde Pater Mayer auf dem Ordensfriedhof in Pullach bestattet, am 23. Mai 1948 wurde sein Sarg in die Bürgersaalkirche überführt. Sein Grab in der Unterkirche des Bürgersaals in München wird täglich von Hunderten von Menschen besucht. Sie beten in ihren Anliegen um seine Fürsprache. Am 3. Mai 1987 wurde Pater Rupert Mayer SJ durch Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Für viele ist der Münchener Männerapostel ein Heiliger.

Was war und ist er für die MMK, insbesondere heute, im 21. Jahrhundert?

Die MMK schätzt sich glücklich, dass sich in ihrer Unterkirche das Grab des Seligen Pater Rupert Mayer befindet.

Pater Mayer ist es zu verdanken, dass die MMK in der Nazizeit einen so mutigen, den Herausforderungen der Nazis trotzenden klaren und eindeutigen Zeugen für die Botschaft Christi hatte. Pater Mayer war nichts zu viel. Er setzte sich für seine Sodalen und für viele Notleidende ein, koste es was es wolle. In ihm hatten die Sodalen einen Priester, der ihnen zur Seite stand, für sie da war. Aber auch sie traten für ihn ein.

Davon zehrt die MMK heute noch und es ist an der Zeit, sich des Vermächtnisses des Seligen Pater Rupert Mayer wieder bewusst zu werden: der Forderung sozial-caritativ tätig zu werden. Auch heute haben wir genügend Arme in unserer Stadt, die materieller und geistlicher Hilfe bedürfen und auch dafür dankbar sind.

Deshalb betreibt die MMK seit Mai 2015 von Mo-Fr (außer Feiertage) einen Mittagstisch, Treffpunkt und Begegnungsstätte für Menschen im Rückgebäude hinter der Bürgersaalkirche.

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